Grundbegriffe Volkswirtschaft

Basierend auf: Wirtschaft und Recht, Atteslander et. al, Aarau, Bildung Sauerländer, 2000

Kapitel 0: Grundbegriffe

Bedürfnis

Mangelempfinden mit dem Wunsch nach dessen Beseitigung

Güter

Waren (materiell) und Dienstleistungen (immateriell)

Knappheit

Bedürfnisse sind grösser als die vorhandenen Ressourcen

Ökonomische Prinzipien

Minimalprinzip, Maximalprinzip, Optimalprinzip

Input

geht in Produktionsprozess ein

Output

kommt beim Produktionsprozess heraus

Konsument

verbraucht Güter, um eigene Bedürfnisse zu befriedigen

Produzent

stellt Güter her, um fremde Bedürfnisse zu befriedigen

 

Kapitel II: Produktion, Wachstum und Umwelt

Produktionsfaktoren

Arbeit, Boden und (Sach)Kapital

Produktionsprozess

Input wird durch Transformation und Kombination zu Output

Produktionsfunktion

Zusammenhang zwischen Inputmenge und Outputmenge

Abnehmender Grenzertrag

Die Steigerung nur eines Inputfaktors führt mit der Zeit zur Stagnation (oder Rückgang) der Outputmenge

Bruttoinlandprodukt (BIP)

Wert aller Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem Jahr hergestellt werden

Nominale Werte

bewertet zu aktuellen, laufenden Preisen

Reale Werte

bewertet zu konstanten Preisen eines Basisjahres

BIP pro Kopf

Wirtschaftsleistung eines Landes geteilt durch die Einwohnerzahl

Arbeitsteilung

Spezialisierung der Arbeitskräfte und rationelle Gestaltung der Produktionsprozesse führt zu einer Steigerung der Produktivität

Produktivität

Leistung (z. B. Anzahl hergestellter Güter) pro Zeiteinheit

Realtausch

Tausch eines Gutes gegen ein anderes Gut

Nominaltausch

Tausch eines Gutes gegen ein Zahlungsmittel (Geld)

Geldfunktionen

Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel, Wertmassstab

Wirtschaftskreislauf

gegenseitige Abhängigkeit von Produzenten und Konsumenten (Ë graphische Darstellung)

Grenzen des Wachstums

Erde als Raumschiff, beschränkte Ressourcen, Umweltbelastung durch Abfälle und Abgase

 

Kapitel III: Angebot und Nachfrage

Nutzen

Wohlbefinden des Konsumenten aufgrund der Bedürfnisbefriedigung durch den Verbrauch eines Gutes

Bedürfnis

Mangelempfinden mit dem Wunsch nach dessen Beseitigung

Grenznutzen

Zusatznutzen, wenn eine Einheit eines Gutes mehr konsumiert wird

1. Gossen'sche Gesetz

Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen, weil mit der Zeit die Sättigung erreicht wird (Ë graphische Darstellung)

2. Gossen'sche Gesetz

Gesetz vom Ausgleich der Grenznutzen, wenn jeweils jenes Gut konsumiert wird, das momentan den höchsten Grenznutzen bietet

Nachfrage

drückt den Zusammenhang zwischen Preis eines Gutes und der von den Konsumenten nachgefragten Menge aus (Ë graphische Darstellung)

Preiselastizität der Nachfrage

Prozentuale Veränderung der nachgefragten Menge dividiert durch die prozentuale Veränderung des Preises des Gutes

Elastische Reaktion

überproportionale Mengenveränderung bezogen auf Preisänderung

Unelastische Reaktion

unterproportionale Mengenveränderung bezogen auf Preisänderung

Einflussfaktoren auf Nachfrage

führen zu einer Verschiebung der ganzen Nachfragekurve: Bedürfnisse, Einkommen, Preise anderer Güter, Preiserwartungen

Unternehmung

Institution, die auf die Produktion eines Gutes ausgerichtet ist und mit dem Gut Bedürfnisse der Konsumenten befriedigen will

Erlös

Einnahmen der Unternehmung aus dem Verkauf der hergestellten Produkte

Kosten

Ausgaben der Unternehmung für die Beschaffung der für die Produktion notwendigen Inputfaktoren

Gewinn/Verlust

Differenz zwischen Erlös und Kosten

Fixkosten

Kosten, die unabhängig von der hergestellten Outputmenge sind

Variable Kosten

Kosten, die abhängig von der hergestellten Outputmenge sind

Grenzkosten

Zusatzkosten, wenn eine Einheit des Produktes mehr hergestellt wird

Angebot

drückt den Zusammenhang zwischen Preis eines Gutes und der von den Produzenten angebotenen Menge aus (Ë graphische Darstellung)

Einflussfaktoren auf Angebot

führen zu einer Verschiebung der ganzen Angebotskurve: Produktionskosten, Produktionsverfahren, Produktionskapazität, Produktionsbedingungen

Markt

Treffpunkt von Angebot und Nachfrage

Marktpreis

Schnittpunkt von Angebot und Nachfrage (Ë graphische Darstellung)

Preisbildungsprozess

Herleitung aus Überproduktion und Fehlmenge, automatische Tendenz zum Marktpreis (Ë graphische Darstellung)

Konsumentenrente

Einsparungen gewisser Konsumenten, die für den Erwerb eines Gutes mehr als den Marktpreis zahlen möchten, aber nur den Marktpreis zahlen müssen

Produzentenrente

Zusatzeinnahmen gewisser Produzenten, die für den Absatz eines Gutes auch weniger als den Marktpreis akzeptieren würden, aber den Marktpreis als Zahlung erhalten

Vollkommene Konkurrenz

Wirtschaftsmodell, das zur Marktanalyse beigezogen wird (viele Anbieter und Nachfrager, nur 1 gleichartiges Gut, vollständige Information, freier Marktzutritt)

 

Kapitel VI: Geld- und Finanzsystem

Geld

allgemein anerkanntes Zahlungsmittel

Geldfunktionen

Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel, Wertmassstab

Geldformen

Bargeld (Noten und Münzen), Buchgeld (Guthaben bei Bank, Post, ...)

Geldmarkt

Zusammentreffen von Geldnachfrage (Publikum) und Geldangebot (Nationalbank) (Ë graphische Darstellung)

Zins

Preis des Geldes, Gebühr für die Nutzung von Geldmitteln

Nationalbank

regelt Geldversorgung der Wirtschaft, überwacht Geschäftsbanken, erleichtert Zahlungsverkehr

Währungsreserven

Gold, Devisen (fremde Währungen), Wertschriften (Aktien und Obligationen)

Kaufkraft des Geldes

Anzahl Güter, die für eine bestimmte Geldmenge erworben werden können

Inflation

steigende Preise in einer Volkswirtschaft = sinkende Kaufkraft des Geldes

Deflation

sinkende Preise in einer Volkswirtschaft = steigende Kaufkraft des Geldes

Inflationsrate

Preisniveauveränderung pro Jahr, gemessen anhand des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK)

Ursachen der Inflation

Geldstrom (Geldmenge x Umlaufsgeschwindigkeit) ist grösser als der Güterstrom (Produktionsvolumen x Preisniveau)

Folgen der Inflation

Verzerrung Preissignale (falsche Anreize), Einkommensverteilung wird beeinflusst, Lohn-Preis-Spirale

Geldpolitik

Massnahmen der Nationalbank zur Erhaltung der Preisstabilität (via Zinssätze oder Geldmenge)

Finanzmarkt

Treffpunkt von Anlegern (Sparer) und Investoren

Börse

Institutionalisierter Treffpunkt von Händlern mit Aktien, Obligationen, Waren, Devisen, ...

Finanzielle Vermittler

Banken, Börsen, Versicherungen, Anlagefonds, die alle zwischen Sparern und Investoren vermitteln

 

Kapitel VII: Konjunktur

Konjunktur

Wirtschaftslage, gemessen am realen BIP

Wachstum

Veränderung des realen BIP, bezogen auf das Vorjahr

Konjunkturzyklus

Regelmässiges Auf und Ab der Wirtschaft, 4 Phasen: Aufschwung, Hochkonjunktur, Abschwung, Krise (Ë graphische Darstellung)

Konjunkturindikator

Wirtschaftliche Grösse, die der Prognose der künftigen Wirtschaftslage dienen

Konjunkturtheorie

Erklärung der Schwankungen der Wirtschaftsleistung, von Ort und Zeit abhängig

Konjunkturpolitik

Massnahmen zur Beeinflussung des Konjunkturzyklus, von der zugrundeliegenden Konjunkturtheorie abhängig

Klassische Konjunkturtheorie

Markt regelt langfristig alles, keine Eingriffe nötig

Keynesianische Konjunkturtheorie

Nachfragelücke aufgrund des Pessimismus von Konsumenten und Produzenten muss durch Staat überbrückt werden

Monetaristische Konjunkturtheorie

Wachstum der Geldversorgung steuert langfristig das Wachstum der Güterproduktion

Angebotsorientierte Konjunkturtheorie

Freiheit und Innovationen der Unternehmer sind die entscheidende Grössen, der Staat soll sich so weit wie möglich aus der Wirtschaft raushalten

Arbeitslosigkeit

Anzahl der Leute, die arbeiten wollen, aber keinen Arbeitsplatz finden

 

Kapitel VIII: Weltwirtschaft

Internationaler Handel

Güteraustausch zwischen verschiedenen Ländern

Freihandel

Keine Beschränkung des internationalen Handels durch Zölle oder Mengenkontingente

Protektionismus

Schutz der einheimischen Wirtschaft vor der Auslandskonkurrenz durch Zölle oder andere Handelshemmnisse

Vorteile des Handels

erlaubt die Spezialisierung der einzelnen Länder (Ë analog der Arbeitsteilung), mehr Auswahl für Konsumenten, grössere Absatzmärkte für Produzenten

Welthandels-organisation (WTO)

Organisation zur Förderung und Durchsetzung des Freihandels weltweit, umfasst Waren (GATT), Dienstleistungen (GATS) und geistiges Eigentum (TRIPS)

Meistbegünsti-gungsklausel

Jeder Zollvorteil, der einem Land gewährt wird, muss auch allen anderen Mitgliedsländern gewährt werden

Europäische Union

wirtschaftlicher und politischer Zusammenschluss von zahlreichen europäischen Ländern, wichtigster Handelspartner der Schweiz

Zahlungsbilanz

Statistik zur Erfassung aller grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Transaktionen (Waren, Güter, Arbeit, Kapital), gegliedert in verschiedene Teilbilanzen

Aktiver Saldo

Einnahmen sind grösser als Ausgaben

Import

Einfuhr von Gütern oder Kapital

Export

Ausfuhr von Gütern oder Kapital

Devisenmarkt

Treffpunkt von Anbietern und Nachfrager einer fremden Währung

Wechselkurs

Preis (in einheimischer Währung) für eine fremde Währung (Devise)

Flexible Wechselkurse

Wechselkurs bildet sich frei aufgrund der Marktkräfte Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt (Ë graphische Darstellung)

Fixe Wechselkurse

Wechselkurs wird staatlich festgelegt und durch Eingriffe der Nationalbanken stabilisiert (Ë graphische Darstellung)

Kaufkraftparität

Mit einem bestimmten Geldbetrag kann im Inland (in einheimischer Währung) die gleiche Gütermenge erworben werden wie im Ausland (wenn der Geldbetrag zum gültigen Wechselkurs in fremde Währung umgetauscht worden ist)